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Renten Irrtümer

Renten-IrrtümerRenten-Irrtümer

Welche Aussage zur Rente sind richtig, welche falsch
  • Renteneintrittsalter und Ansprüche
  • Rentenhöhe und Abschlagszahlungen
  • Versorgungsausgleich und Zuverdienst

Die größten Renten-Irrtümer

Das Thema Rente betrifft jeden – im Zusammenhang mit dem Ruhestand gibt es jedoch verschiedene weit verbreitete Irrtümer. Von der Annahme, die Rente käme automatisch ohne Beantragung aufs Konto bis zum Gedanken, jeder müsse bis 67 arbeiten, grassieren zahlreiche Irrtümer. Im folgenden Ratgeber klärt die HanseMerkur populäre Renten-Irrtümer auf und vermittelt Wissenswertes zur Altersvorsorge.

Der neue Chef führt Änderungen ein, die Kollegen verlassen reihenweise das Unternehmen und Sie warten sehnsüchtig auf die Rente, die in greifbarer Nähe scheint. Das 60. Lebensjahr ist endlich erreicht, Sie haben 45 Jahre lang gearbeitet, der wohlverdiente Ruhestand lässt Sie ins Träumen geraten.

Viele denken, Sie könnten in einem Alter von 60 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen, sofern Sie 45 Jahre lang erwerbstätig waren. Die Annahme ist nicht richtig, denn ein Rentenanspruch besteht erst mit einem Alter von 63 Jahren und vier Monaten, sofern Sie im Jahr 1954 geboren wurden. Für spätere Geburtsjahre gelten andere Grenzen. Wer nicht zu den langjährig Versicherten zählt, also nicht mindestens 45 Jahre lang versichert war, muss länger arbeiten. Sie sehen: Es gibt verschiedene Behauptungen zur Rente, die nicht pauschal für jeden Versicherten gelten.

12 verbreitete Renten-Irrtümer

Irrtum 1: Nach 45 Jahren geht man mit 60 Jahren abschlagsfrei in Rente.

Richtig ist: Wann Sie in Rente gehen können, ist von Ihrem Geburtsjahr abhängig. Ein Rentenbeginn ohne Abschläge ist mit einem Alter von 60 Jahren nicht möglich. Für die Rente mit 63 Jahren gilt: Langjährig Versicherte mit einer Versicherungszeit von 45 Beitragsjahren, können mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen, wenn sie 1952 oder früher geboren wurden. Danach werden die Grenzen schrittweise bis zum Geburtsjahrgang 1964 angepasst. Im Jahr 1964 Geborene können mit einem Alter von 65 Jahren in den Ruhestand eintreten.

Irrtum 2: Das Einkommen der letzten Arbeitsjahre entscheidet über die Rentenhöhe.

Richtig ist: Der Rentenanspruch errechnet sich aus den gesamten Beitragsjahren. Das heißt, die ersten Einzahlungsjahre werden bei der Rentenberechnung genauso berücksichtigt wie die letzten Einzahlungsjahre.Richtig ist: Der Rentenanspruch errechnet sich aus den gesamten Beitragsjahren. Das heißt, die ersten Einzahlungsjahre werden bei der Rentenberechnung genauso berücksichtigt wie die letzten Einzahlungsjahre.

Irrtum 3: Jeder muss bis zum Lebensalter von 67 Jahren arbeiten.

Richtig ist: Das reguläre Renteneintrittsalter von 67 Jahren gilt für alle Versicherte, die ab 1964 geboren sind. Für Versicherte, die vor diesem Stichtag geboren wurden, wird die Altersgrenze schrittweise von 65 bis auf 67 Jahre angehoben. Der Gesetzgeber hat ab dem Jahr 2012 bis 2029 die stufenweise Anhebung zunächst in Ein-Monats-Schritten bis Ende 2023, ab 2024 dann in Zwei-Monats-Schritten festgelegt. Ein vorzeitiger Rentenbeginn ist möglich, dabei müssen Versicherte jedoch Abschläge in Kauf nehmen.

Irrtum 4: Rente bekommt nur, wer 15 Beitragsjahre vorweisen kann.

Richtig ist: Sie müssen mindestens fünf Jahre lang versichert gewesen sein, um eine Regelaltersrente zu erhalten. Auch Kindererziehungszeiten werden in diese Mindestversicherung mit eingerechnet.

Irrtum 5: Zum Zeitpunkt des Rentenbeginns wird die Rente automatisch überwiesen.

Richtig ist: Nur wenn Sie einen Rentenantrag stellen, wird die Rente überwiesen. Bei einer Altersrente empfiehlt die Deutsche Rentenversicherung, den Antrag rund drei Monate vor dem geplanten Rentenbeginn zu stellen. Ihr Rentenanspruch wird dann geprüft. Bedenken Sie, dass ein geklärter Versicherungsverlauf die Antragsbearbeitung beschleunigt. Nachweise über Ausbildungszeiten, Arbeitszeiten oder Kindererziehungszeiten sollten lückenlos vorliegen. Ideal ist es, wenn Sie diese Unterlagen bereits während der Versicherungszeit einreichen. Im Alter von 43 Jahren erhält jeder Rentenversicherte automatisch eine Aufforderung zur Kontoklärung. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass bei Beantragung der Rente alle Unterlagen vorliegen. Erhalten Sie den Rentenbescheid nicht rechtzeitig zu Rentenbeginn, wird später eine Nachzahlung der fälligen Beträge veranlasst.

Irrtum 6: Ehemänner haben keinen Anspruch auf Hinterbliebenenrente.

Richtig ist: Bei der Hinterbliebenenversorgung werden Frauen und Männer seit 1986 gleich behandelt. Sofern der Verstorbene mindestens fünf Jahre lang Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt hat, hat der/die Hinterbliebene in den ersten drei Monaten nach dem Tod einen Anspruch auf Witwen- bzw. Witwerrente. Ab dem vierten Monat wird das Einkommen des/der Hinterbliebenen auf die Rente angerechnet.

Irrtum 7: Abschläge gibt es nur, bis das reguläre Rentenalter erreicht ist.

Richtig ist: Für jeden Monat, den Sie früher in Rente gehen, gilt ein Abschlag von 0,3 %. Für ein Jahr werden also 3,6 % von Ihrer Regelrente abgezogen. Wenn Sie sich für einen vorzeitigen Ruhestand entscheiden, gelten die Abschläge lebenslang.

Irrtum 8: Die Rente des Ehepartners wird auf die eigene Rente angerechnet.

Richtig ist: Die Rente Ihres Ehepartners hat keinen Einfluss auf Ihre eigene Altersrente. Lediglich bei Rentenansprüchen nach dem Fremdrentengesetz hat der Gesetzgeber die Ansprüche begrenzt. In der Regel gilt diese Begrenzung bei Rentenansprüchen für Deutsche aus Osteuropa.

Irrtum 9: Ab 2005 muss die Rente voll versteuert werden.

Richtig ist: Seit 2005 gilt für Rentenzahlungen eine nachgelagerte Besteuerung, das heißt, die Renten werden während der Auszahlungsphase versteuert. Dabei sieht der Gesetzgeber eine schrittweise Besteuerung vor. Die Steuer ist abhängig vom Renteneintritt. Wer im Jahr 2005 oder früher in den Ruhestand gegangen ist, muss 50 % seiner Renteneinkünfte versteuern. Liegt der Rentenbeginn im Jahr 2017, müssen 74 % versteuert werden. Um die Rentenbesteuerung auszugleichen, stellt der Gesetzgeber im Gegenzug Rentenversicherungsbeiträge während der erwerbsfähigen Zeit steuerfrei.

Irrtum 10: Durch eine Reha wird die spätere Rente gekürzt.

Richtig ist: Eine Rehabilitationsmaßnahme führt nicht zu einer Minderung Ihrer Rente. Auch während einer Reha werden üblicherweise die Pflichtbeiträge entrichtet, sodass diese Zahlungen für den späteren Rentenanspruch gelten. Es ist davon auszugehen, dass die Maßnahme zu einer erfolgreichen Genesung und damit auch einer längeren Erwerbstätigkeit führt. Durch die längeren Einzahlungen in die Rentenversicherung erhöht sich Ihr Rentenanspruch automatisch.

Irrtum 11: Bei einem Hinzuverdienst zur Rente gibt es keine Begrenzung.

Richtig ist: Wer in einem Alter von 65 Jahren oder älter in den Ruhestand geht, darf so viel hinzuverdienen, wie er möchte. Es kommt in diesen Fällen zu keiner Kürzung der Regelaltersgrenze. Für alle, die eine vorgezogene Altersrente beziehen, also noch nicht 65 Jahre alt sind, gibt es Grenzen. Seit Juli 2017 gilt eine Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro jährlich. Übersteigt das zusätzliche Einkommen diesen Betrag, wird der überschüssige Betrag mit einem Anteil von 40 % auf die Rente angerechnet und in Abzug gebracht.

Irrtum 12: Der Versorgungsausgleich nach einer Scheidung ist bindend.

Richtig ist: Grundsätzlich ist der Versorgungsausgleich nach einer Ehescheidung endgültig. Unter bestimmten Umständen kann der Ausgleich jedoch nachträglich noch einmal überprüft werden. So kann der Versorgungsausgleich beispielsweise zurückgenommen werden, wenn der begünstigte Ex-Ehegatte verstorben ist.

Checkliste für Ihren Ruhestand

Tipp: Klären Sie Ihr Rentenkonto rechtzeitig, damit Sie zu Rentenbeginn nicht nach Nachweisen und Belegen suchen müssen.

Fragen und Antworten zu Renten-Irrtümern

  • Wann ist eine abschlagsfreie Rente möglich? Rentenbeginn hängt vom Geburtsjahr ab

    Eine abschlagsfreie Rente erhalten Sie, wenn Sie in den Ruhestand gehen, sobald Sie das reguläre Renteneintrittsalter erreicht haben. Ihr Geburtsjahr bestimmt, wann dieser Zeitpunkt eintritt. Für langjährig Versicherte mit 45 Beitragsjahren gibt es eine Sonderregelung, sofern Sie vor 1952 geboren wurden. Wollen Sie Ihren Ruhestand früher genießen, werden Abschläge fällig. Eine Übersicht über die Abschläge bei vorgezogenem Rentenbeginn:

    • 1 Monat: Kürzung 0,3 %

    • 2 Monate: Kürzung 0,6 %

    • 3 Monate: Kürzung 0,9 %

    • 4 Monate: Kürzung 1,2 % usw.

    So steigen die Kürzungen bis auf maximal 14,4 % für einen vorgezogenen Ruhestand von 48 Monaten.

  • Welche Mindestversicherungszeit muss eingehalten werden? Rentenversicherung mindestens für fünf Jahre

    Sie haben einen Rentenanspruch, wenn Sie mindestens fünf Jahre lang versichert waren und in Ihre Versicherung eingezahlt haben. Sofern Sie Kindererziehungszeiten genommen haben, werden diese angerechnet.

  • Wie wird die Rente überwiesen? Rente nur nach Beantragung

    Sie erhalten die Rente nicht automatisch mit dem Erreichen des regulären Rentenalters. Wichtig ist eine vorherige Beantragung. Wenn Sie den Termin Ihres Rentenbeginns bereits kennen, beantragen Sie am besten direkt die Altersrente, so können Sie mit einem rechtzeitigen Bescheid und einem pünktlichen Zahlungsbeginn rechnen.

Planen Sie Ihren Rentenbeginn

Rund um die Themen Rente, Ruhestand, Rentenansprüche und Renteneintrittsalter gibt es zahlreiche Renten-Irrtümer, die rechtzeitig beiseite geräumt werden sollten. Wer gut informiert ist und eine rechtzeitige Vorsorge getroffen hat, blickt dem Ruhestand gelassen entgegen. Bedenken Sie, dass die gesetzliche Rente nicht ausreicht, um den bisherigen Lebensstandard zu erhalten. Eine private Vorsorge ist daher sehr zu empfehlen. Planen Sie Ihren Ruhestand rechtzeitig – mit den Produkten der HanseMerkur setzen Sie auf eine individuelle Vorsorge nach Plan.