Zahnstein: Ursachen, Folgen und Vorbeugung

Zahnstein – verstehen, vermeiden und gut versorgt sein

Zahnstein gehört zu den häufigsten Problemen im Mundraum: Er entsteht, wenn sich Zahnbelag (Plaque) mit Mineralien aus dem Speichel verhärtet und sich nicht mehr durch normales Zähneputzen entfernen lässt. Bereits nach rund 48 Stunden kann sich aus weicher Plaque fester Zahnstein bilden, der nur noch durch professionelle Maßnahmen beseitigt werden kann – und der langfristig zu Entzündungen, Zahnfleischerkrankungen oder sogar Parodontitis führen kann.

Wichtige Kurzinfos zu Zahnstein im Überblick

  • Zahnstein ist verhärteter Zahnbelag. Er entsteht durch Einlagerung anorganischer Stoffe aus dem Speichel in den Zahnbelag, wenn dieser nicht regelmäßig entfernt wird. 
  • Zahnstein entsteht bereits nach 48 Stunden. Nach dieser Zeit verhärtet der Zahnbelag und lässt sich nicht mehr mit normaler Zahnpflege beseitigen. 
  • Hauptrisikostellen für Zahnbelag sind die Rückseiten der Zahnhälse, die Zahnfleischränder und die Zahnzwischenräume sowie die Bereiche in der Nähe der Speicheldrüsen.
  • Die Entfernung von Zahnstein kann nur im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung mit Scaler-Instrumenten oder Ultraschall erfolgen. 
  • Zahnstein vorbeugen gelingt durch gründliche Mundhygiene. Zweimal am Tag Zähneputzen und einmal täglich Zahnseide verwenden bildet die Basis der Zahnsteinprophylaxe.

Was ist Zahnstein?

Zahnstein ist eine feste, mineralisierte Ablagerung auf den Zähnen, die aus verhärtetem Zahnbelag (Plaque) entsteht. Im Gegensatz zur weichen und leicht entfernbaren Plaque ist Zahnstein hart, haftet stark an der Zahnoberfläche und lässt sich nur durch professionelle Zahnreinigung beseitigen. Er bietet Bakterien einen idealen Nährboden und kann langfristig Zahnfleischentzündungen und andere Erkrankungen auslösen.

Ursache von Zahnstein: wie entsteht er?

  1. Direkt nach dem Zähneputzen bildet sich auf der Zahnoberfläche ein hauchdünner Biofilm, das sogenannte Pellikel. Diese Eiweißschicht besteht aus Proteinen, Enzymen und Mineralien aus dem Speichel und dient als erste Schutzbarriere für den Zahnschmelz.
  2. Auf dem Pellikel lagern sich Bakterien ab, die zusammen mit Speichelbestandteilen, Zucker aus Nahrungsresten und abgestorbenen Zellen einen weichen Belag bilden – die Plaque. Plaque ist also ein bakterieller Biofilm, der sich innerhalb weniger Stunden nach dem Putzen bildet. Die Bakterien darin produzieren Säuren und Stoffwechselprodukte, die den Zahnschmelz angreifen und das Zahnfleisch reizen können.
  3. Wird Plaque nicht regelmäßig entfernt, beginnt die Mineralisierung durch Kalzium- und Phosphat-Ionen aus dem Speichel. Innerhalb weniger Tage lagern sich diese Mineralien in die Plaque ein, wodurch sie sich verhärtet – es entsteht Zahnstein (Calculus dentis).

Das Risiko für Zahnstein ist individuell: Menschen, die einen hohen Mineralstoffanteil im Speichel besitzen oder einen zähflüssigen Speichel haben, sind grundsätzlich anfälliger für die Entstehung von Zahnstein.

Folgen von Zahnstein für die Zahngesundheit

Zahnstein kann sich ernsthaft auf Ihre Mundgesundheit auswirken und langfristig hohe Kosten verursachen. 
Er reizt das Zahnfleisch mechanisch und begünstigt die Ansiedlung entzündungsfördernder Bakterien. Dies kann zu Gingivitis (Zahnfleischentzündung) führen, die unbehandelt in eine Parodontitis übergeht – eine chronische Erkrankung, bei der sich das Zahnbett zurückbildet und Zähne locker werden oder sogar verloren gehen.

Obwohl Zahnstein selbst keine Karies verursacht, fördert er deren Entstehung. Die raue Oberfläche bietet Bakterien ideale Bedingungen, um sich festzusetzen und Säuren zu produzieren. Eine gründliche Zahnsteinprophylaxe kann also teure Folgebehandlungen wie Füllungen, Wurzelbehandlungen oder Zahnersatz vermeiden.

Dies sind jedoch nur einige der Gründe, warum Sie Ihren Zahnstein regelmäßig entfernen lassen sollten. Bei leichtem Zahnstein ist eine professionelle Zahnreinigung (PZR) alle 6 Monate empfehlenswert. Sie stellt eine kostenpflichtige Leistung dar und beläuft sich bei einem durchschnittlichen Aufwand auf etwa 80 bis 120 Euro. 
Eine Zahnversicherung der HanseMerkur übernimmt je nach Tarif bis zu 100 % der Kosten für eine professionelle Zahnreinigung. Zudem deckt sie eine Vielzahl weiterer Leistungen ab, die sowohl der Zahnerhaltung als auch dem hochwertigen Zahnersatz dienen.
 

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Zahnstein erkennen – leichter Zahnstein vs. fortgeschrittener Zahnstein

Arten von ZahnsteinMerkmaleRisikenEmpfohlene Maßnahme
Leichter ZahnsteinDünne, helle Ablagerungen am ZahnfleischrandReizungen, beginnende GingivitisRegelmäßige PZR alle 6 Monate
Fortgeschrittener ZahnsteinDunkle, harte Ablagerungen auch unterhalb des ZahnfleischsParodontitis, Zahnlockerung, MundgeruchParodontale Behandlung, engmaschige Kontrolle

Entfernung von Zahnstein: Methoden und Möglichkeiten

Um Zahnstein gründlich zu entfernen, hilft nur eine Behandlung beim Zahnarzt mittels spezieller Geräte. Die Zahnsteinentfernung ist einmal jährlich eine Kassenleistung – wohingegen eine professionelle Zahnreinigung darüber hinausgeht und eine gründliche Reinigung aller Zahnflächen umfasst.

Achtung: Hausmittel vs. professionelle Zahnsteinentfernung. Auf einigen Internetseiten werden Hausmittel gegen Zahnstein wie Backpulver, Essig oder Zitronensaft aufgeführt. Diese sind jedoch nicht unbedenklich und können den Zahnschmelz angreifen oder das Zahnfleisch schädigen. Außerdem kann der Versuch, Zahnstein selbst zu entfernen, zu Verletzungen führen. Nur geschultes Fachpersonal verfügt über die notwendigen Instrumente und Kenntnisse für eine sichere Entfernung von Zahnstein.

Zahnstein vorbeugen: So gelingt es

Die 6. Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) zeigt, wie wirksam präventive Zahnmedizin ist: Weniger Karies, bessere Zahnerhaltung und gesündere Mundräume. Auch Zahnstein lässt sich durch regelmäßige professionelle Zahnreinigung und gute häusliche Pflege deutlich reduzieren.

Richtige Mundhygiene im Alltag
Das A und O einer erfolgreichen Vorbeugung von Zahnstein ist eine konsequente Mundhygiene. Putzen Sie sich zweimal am Tag gründlich die Zähne und verwenden Sie einmal täglich Zahnseide, um den Biofilm aus Ihren Zahnzwischenräumen zu entfernen.
Weitere Tipps für die richtige Zahnpflege:

  • Zutreffend Mindestens 2 bis 3 Minuten putzen
  • ZutreffendSystematisch alle Zahnflächen reinigen
  • ZutreffendZahnzwischenräume nicht vergessen
  • ZutreffendFluoridhaltige Zahnpasta verwenden

Ernährung anpassen
Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung von Zahnstein. Zuckerhaltige Lebensmittel fördern das Bakterienwachstum und damit Plaque. Setzen Sie daher auf eine ausgewogene, zuckerarme Ernährung – Ihre Zähne werden es Ihnen danken.
Weitere Tipps für weniger Plaque und Zahnstein:

  • ZutreffendRegelmäßige Zahnarztbesuche zur Kontrolle
  • ZutreffendZahnprophylaxe zweimal jährlich wahrnehmen
  • ZutreffendNach säurehaltigen Speisen mit dem Putzen 30 Minuten warten
  • ZutreffendMundspülungen als Ergänzung verwenden
  • ZutreffendBei erhöhter Neigung zu Zahnstein häufigere professionelle Reinigungen
     

Zahnstein: Prävention und Zahnversicherung bedeutet doppelter Schutz

Die Bildung von Zahnstein lässt sich nie vollständig verhindern – doch durch gründliche Mundhygiene und regelmäßige Zahnarztbesuche können Sie das Risiko erheblich minimieren. Disziplin zahlt sich auch bei Zahnstein aus: 
Sie vermeiden schmerzhafte Folgeerkrankungen ebenso wie hohe Behandlungskosten. Eine Zahnversicherung deckt je nach Tarif die Kosten für die professionelle Zahnreinigung und für notwendige Behandlungen ab, falls doch einmal Probleme auftreten sollten.

Häufig gestellte Fragen zum Zahnstein

Hinweis: Unsere Redaktion hat die Inhalte der Artikel mit größtmöglicher Sorgfalt recherchiert und erstellt. Die Informationen im Ratgeber dienen als Orientierungshilfe und sollen dem Leser eine erste Auskunft über verschiedene Themen geben. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass die HanseMerkur dennoch keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen übernimmt.
 
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