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Gliedertaxe und Invalidität

Gliedertaxe und Invalidität

Wichtige Begriffe in der Unfallversicherung

Gliedertaxe und Invalidität in der Unfallversicherung

Eine private Unfallversicherung ist ein sinnvoller Bestandteil einer privaten Absicherung, da diese Versicherung die finanziellen Folgen von Unfällen 24 Stunden am Tag und weltweit, abdeckt. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, wird schnell über zwei Begriffe stolpern: Gliedertaxe und Invalidität. Damit keine Missverständnisse aufkommen, erklären wir hier beide Termini und erläutern, inwieweit sie für die private Unfallversicherung wichtig sind.

Was ist die Invalidität?

Im Sinne der Unfallversicherung liegt eine Invalidität vor, wenn die körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit der Person, die versichert ist, durch einen Unfall dauerhaft beeinträchtigt ist. Als dauerhaft gilt die Beeinträchtigung, wenn davon auszugehen ist, dass sie länger als 3 Jahre bestehen wird und mit einer Verbesserung des Zustandes nicht gerechnet werden kann. Dabei braucht die Invalidität nicht unmittelbar nach dem Unfall eintreten. Bei der HanseMerkur gelten folgende Zeiträume: Im Tarif Premium muss die Invalidität bis zu 15 Monaten nach dem Unfall eingetreten sein, im Tarif Exklusiv bis zu 18 Monate danach und im Tarif Top 24 Monate.

Die Invalidität stellt in der Regel der behandelnde Arzt fest. Es kann aber auch sein, dass die Versicherung einen anderen Arzt damit beauftragt. Hier gibt es ebenfalls Fristen, innerhalb derer die ärztliche Feststellung und die Geltendmachung erfolgen muss. Bei der HanseMerkur gilt: Im Tarif Premium bis zu 18 Monate nach einem Unfall, 24 Monate im Tarif Exklusiv und 36 Monate im Tarif Top.

Die Höhe der Invaliditätsleistung ist abhängig von der festgelegten Grundsumme, von dem durch den Unfall festgestellten Invaliditätsgrad bzw. von der gewählten Gliedertaxe, die eine Erhöhung des Invaliditätsgrads bewirkt und vom gewählten Progressionsmodell.

Klammert man das Progressionsmodell einmal aus, wird bei einem Invaliditätsgrad von 100% die vereinbarte Versicherungssumme ausgezahlt. Wenn man nur zu einem Teil invalide ist, wird die Versicherungssumme anteilig ausgezahlt. Hierzu ein Rechenbeispiel:

Was ist Progression?

Ein weiterer Begriff, der im Zusammenhang mit einer Unfallversicherung von Bedeutung ist, ist die Progression. Mit der Progression wird festgelegt, wie stark die Leistung der Versicherung mit der Höhe des Invaliditätsgrades zunehmen soll. Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel zur Progression.

Was ist Gliedertaxe?

Der Invaliditätsgrad wird von einem Arzt/Gutachter festgestellt. Damit man aber zusätzlich verbindliche Anhaltspunkte hat, gibt es die Gliedertaxe. Es gilt für die versicherte Person immer das Prinzip „Best of“. Das bedeutet, der Kunde erhält mindestens den vom Arzt/Gutachter festgestellten Invaliditätsgrad oder wenn die gewählte Gliedertaxe einen höheren Wert darstellt, diesen höheren Invaliditätsgrad. 

Die Gliedertaxe bewertet den Verlust oder die vollständige Funktionsunfähigkeit von Körperteilen, Organen oder Sinnesorganen. So schränkt etwa der Verlust eines Daumens das tägliche Leben deutlicher ein als der Verlust des kleinen Fingers. Einen Stift zu halten, die Schuhe zu binden oder eine Schere zu bedienen ist ohne Daumen erheblich schwieriger als ohne kleinen Finger. Daher ist der Invaliditätsgrad bei Verlust des Daumens höher als bei Verlust des kleinen Fingers. 

Nach dem Invaliditätsgrad bemisst sich die Leistung aus der Unfallversicherung. Generell können die Versicherer die Gliedertaxen und Invaliditätsgrade variieren. Online gibt es bei der HanseMerkur zwei Modelle – abhängig vom gewählten Tarif. Hier ein Auszug:

Tarif Premium und Exklusiv
Gliedertaxe
Tarif Top
Gliedertaxe
Verlust des Gehörs auf einem Ohr

Verlust des Gehörs auf einem Ohr

30 %

45 %

Verlust des Geruchssinns

Verlust des Geruchssinns

10 %

20 %

Verlust des Geschmackssinns

Verlust des Geschmackssinns

10 %

20 %

Verlust eines Auges

Verlust eines Auges

50 %

60 %

Verlust der Stimme

Verlust der Stimme

100 %

100 %

Verlust eines Arms inkl. Schulter

Verlust eines Arms inkl. Schulter

70 %

80 %

Verlust einer Hand

Verlust einer Hand

55 %

75 %

Verlust eines Daumens

Verlust eines Daumens

20 %

30 %

Verlust eines Zeigefingers

Verlust eines Zeigefingers

10 %

20 %

Verlust eines anderen Fingers

Verlust eines anderen Fingers

5 %

10 %

Verlust sämtlicher Finger einer Hand

Verlust sämtlicher Finger einer Hand

55 %

75 %

Verlust eines Lungenflügels

Verlust eines Lungenflügels

50 %

50 %

Verlust einer Niere

Verlust einer Niere

25 %

25 %

Verlust eines Fußes

Verlust eines Fußes

40 %

60 %

Tarif Premium und Exklusiv
Gliedertaxe

Verlust des Gehörs auf einem Ohr

30 %

Verlust des Geruchssinns

10 %

Verlust des Geschmackssinns

10 %

Verlust eines Auges

50 %

Verlust der Stimme

100 %

Verlust eines Arms inkl. Schulter

70 %

Verlust einer Hand

55 %

Verlust eines Daumens

20 %

Verlust eines Zeigefingers

10 %

Verlust eines anderen Fingers

5 %

Verlust sämtlicher Finger einer Hand

55 %

Verlust eines Lungenflügels

50 %

Verlust einer Niere

25 %

Verlust eines Fußes

40 %

Tarif Top
Gliedertaxe

Verlust des Gehörs auf einem Ohr

45 %

Verlust des Geruchssinns

20 %

Verlust des Geschmackssinns

20 %

Verlust eines Auges

60 %

Verlust der Stimme

100 %

Verlust eines Arms inkl. Schulter

80 %

Verlust einer Hand

75 %

Verlust eines Daumens

30 %

Verlust eines Zeigefingers

20 %

Verlust eines anderen Fingers

10 %

Verlust sämtlicher Finger einer Hand

75 %

Verlust eines Lungenflügels

50 %

Verlust einer Niere

25 %

Verlust eines Fußes

60 %

Hier ist eine vollständige Auflistung der Gliedertaxe zu finden: 

Hinweis: Wenn mehrere Körperteile betroffen sind, werden die entsprechenden Prozentzahlen zusammengerechnet, bis zu maximal  100 % Invalidität: 

Teilweise Funktionsunfähigkeit

Es ist möglich, dass die Funktion eines Körperteils oder Sinnesorganes nur teilweise eingeschränkt ist, wenn zum Beispiel der Daumen nach einem Unfall nicht mehr vollständig genutzt werden kann. Dann ist das medizinische Gutachten, das von einem Arzt erstellt wird, ausschlaggebend. Geht daraus hervor, dass der Daumen zu 50 % beeinträchtigt ist, würde der Invaliditätsgrad statt 30 % (mit der Gliedertaxe II in der Variante Top) 15 % betragen.

Tipps zur Unfallversicherung

Das Thema Unfall und Versicherung mag kompliziert erscheinen. Versicherungsnehmer sollten dennoch wichtige Begriffe wie Invalidität oder Gliedertaxe kennen. Aufgrund der Komplexität auf eine private Absicherung zu verzichten, ist keine gute Alternative. Schließlich finden etwa 75 % aller Unfälle im privaten Bereich statt, wo kein gesetzlicher Schutz greift. Auf folgende Punkte sollten Sie beim Abschluss einer privaten Unfallversicherung achten:

Alter Grundsumme (Bsp. Jahresbrutto 50.000 EUR)
~ 20 Jahre (Faktor 6)

~ 20 Jahre (Faktor 6)

300.000 EUR

~ 30 Jahre (Faktor 5)

~ 30 Jahre (Faktor 5)

250.000 EUR

~ 40 Jahre (Faktor 4)

~ 40 Jahre (Faktor 4)

200.000 EUR

~ 50 Jahre (Faktor 3)

~ 50 Jahre (Faktor 3)

150.000 EUR

Kinder mindestens

Kinder mindestens

150.000 EUR

Senioren mindestens

Senioren mindestens

100.000 EUR

Grundsumme

(Bsp. Jahresbrutto 50.000 EUR)

~ 20 Jahre (Faktor 6)

300.000 EUR

~ 30 Jahre (Faktor 5)

250.000 EUR

~ 40 Jahre (Faktor 4)

200.000 EUR

~ 50 Jahre (Faktor 3)

150.000 EUR

Kinder mindestens

150.000 EUR

Senioren mindestens

100.000 EUR