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HanseMerkur auch 2019 solide und stark im Niedrigzinsumfeld: Beitragseinnahme steigt um 11,7 Prozent / Konzern-Eigenkapital erreicht mit 689,4 Mio. Euro (2018: 582,3 Mio. €) neuen Höchststand.

HanseMerkur 2020: Corona-Pandemie gibt den Takt vor / Umsatzeinbruch in der Reiseversicherung kann durch Kranken- und Lebens-
versicherungsgeschäft überkompensiert werden

2019 mit über 7.700 neuen Vollversicherten im Hauptgeschäftsfeld Gesundheit und Pflege zweithöchster Nettozugang in der PKV-Branche / Erstmals über 1,5 Mio. Kunden in der Krankenversicherung / Brutto-Überschuss mit 383,3 Mio. Euro in letzter Dekade mehr als verdreifacht / Für 2020 leichtes Beitragswachstum trotz eines coronabedingt prognostizierten Umsatzeinbruchs von 50 bis 60 Mio. Euro im Reiseversicherungsgeschäft erwartet

Hamburg, 7. Juli 2020. Die HanseMerkur Gruppe hat 2019 ihren nachhaltigen und ertragreichen Wachstumskurs fortgesetzt und ihre Reserven weiter deutlich gestärkt. Die Brutto-Beitragseinnahme stieg um 11,7 Prozent (Branche: +6,7%) bzw. 238,8 Mio. Euro auf 2.288,4 Mio. Euro. Das herausragende Neugeschäftswachstum in allen Vertriebswegen der HanseMerkur trug besonders in den Geschäftsfeldern Gesundheit und Pflege (+10,4%) sowie Risiko- und Altersvorsorge (+62,5%) zu diesem Ergebnis bei. Auf Rekordniveau liegt der Brutto-Überschuss mit 383,3 Mio. Euro vor Steuern, Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) und Schwankungsrückstellung (SchwaRü). Er verdreifachte sich in den vergangenen zehn Jahren und stieg im Berichtsjahr um 4,4 Prozent. Nach Steuern lag der Jahresüberschuss bei 98,6 Mio. Euro. Auf einem Rekordwert notiert auch das Konzern-Eigenkapital, das um 18,4 Prozent und damit erstmals um über 100 Mio. Euro (+107,1 Mio. €) auf 689,4 Mio. Euro erhöht werden konnte.

„Unser Unternehmen zeigt sich überaus solide und stark im Niedrigzinsumfeld“, sagte Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender der HanseMerkur, im Rahmen der Online-Bilanzpressekonferenz in Hamburg. „Als Versicherungsverein ist eine starke Eigenkapitalbildung Garant für die langfristige Sicherheit aller Kundengelder und ein zentraler Faktor unserer Unternehmensstrategie als Versicherungsverein. Die solide Finanzausstattung ermöglicht es uns auch, unser starkes Wachstum im mittlerweile 18. Jahr in Folge zu finanzieren. Derzeit zeigt sich, dass die HanseMerkur durch den kontinuierlichen Ausbau ihrer Kapitalbasis auch für Krisensituationen wie die Corona-Pandemie bestens gerüstet ist.“

Der Bestand an Kapitalanlagen (9.786,9 Mio. €) kratzt an der 10 Mrd.-Euro-Schwelle. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen lag in einem herausfordernden Marktumfeld bei überdurchschnittlichen 4,0 Prozent (Branche: 3,3%), und das Kapitalanlageergebnis erreicht mit einem Plus von 29,3 Prozent den historischen Bestwert von 374,7 Mio. Euro. Die finanzielle Stärke der HanseMerkur Gruppe (SCR-Quote: 308%) kommt auch in den guten Solvenzquoten der Einzelgesellschaften – wie der HanseMerkur Krankenversicherung AG mit 532 Prozent – zum Ausdruck.

Im Hauptgeschäftsfeld Gesundheit und Pflege stieg die Beitragseinnahme um 6,0 Prozent (Branche: +2,9%) auf 1.632,3 Mio. Euro. Die HanseMerkur verzeichnete mit über 7.700 Vollversicherten den zweithöchsten Nettozugang in der Privaten Krankenversicherung (PKV). Dazu kamen über 14.300 Neukunden in den Ergänzungsversicherungen. Insgesamt sind erstmals über 1,5 Millionen Personen im Unternehmen krankenversichert. Seit Jahren ist die Beschwerdequote rückläufig und verzeichnet im Berichtsjahr trotz steigender Versichertenzahl nur noch 19 BaFin-Eingaben. Im Geschäftsfeld Risiko und Altersvorsorge stiegen die Beitragseinnahmen wegen der signifikanten Erhöhung der Einmalbeiträge (+140,2 Mio. Euro) deutlich um 66,2 Prozent (Branche: +11,5%) und notierten bei 355,0 Mio. Euro. Im Geschäftsfeld Reise und Freizeit bewegten sich die Beiträge mit 223,5 Mio. Euro (-0,4%) auf dem Niveau des Vorjahres. Im Geschäftsfeld Schaden und Unfall wurden ein Prämienwachstum von 3,7 Prozent (Branche: +3,4%) und eine Beitragseinnahme von 78,7 Mio. Euro erreicht. Im Geschäftsfeld Asset Management verwaltete die HM Trust AG (HMT) ein Vermögen von 9,8 Mrd. Euro. Die nachhaltigen HMT-Publikumsfonds wurden vom Forum für Nachhaltige Geldanlagen mit dem FNG-Siegel ausgezeichnet. Die Immobilientochter HanseMerkur Grundvermögen AG hat seit ihrer Gründung im Jahre 2014 mehr als 2,7 Mrd. Euro in Wohn- und Büroimmobilien investiert.

Die HanseMerkur Gruppe legte für 2019 den zweiten eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht vor, der auf 100 Seiten 20 Nachhaltigkeitsthemen in unterschiedlichen Handlungsfeldern beleuchtet. Im Oktober 2019 wurde die HanseMerkur vom Beratungs- und Analysehaus ServiceValue in Kooperation mit Focus Money als eines der 26 nachhaltigsten Unternehmen der deutschen Finanzbranche ausgezeichnet.

Der Kundenbestand der HanseMerkur stieg um rund 400.000 auf 10,8 Millionen Versicherte und konnte damit in den letzten zehn Jahren verdoppelt werden. Ende 2019 beschäftigte die HanseMerkur Gruppe 2.177 Angestellte im Innen- und Außendienst sowie hauptberufliche Vermittler.

Geschäftsentwicklung Januar – Mai 2020
Die Corona-Pandemie drückte den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres ihren Stempel auf. Deshalb war es wichtig, stärker in Szenarien zu denken, um die richtigen Entscheidungen in einer Zeit der extremen Ungewissheit zu treffen. Ein schnelles Umstellen aller Prozesse führte Dank eines hohen Digitalisierungsgrads im Service und in der Vertriebsarbeit zu keinen Produktivitätsabbrüchen. Ein erneut überdurchschnittliches Neugeschäftswachstum in der Kranken- (+21,7%) und der Lebensversicherung (+88,9%) sorgt für steigende Beiträge. Ein starkes Wachstum verzeichnete das Hauptgeschäftsfeld Gesundheit und Pflege. Die Bruttobeiträge stiegen bei über 6.000 neuen Vollversicherten um 5,5 Prozent. In der Leistungsregulierung schlugen die Aufwendungen zur Behandlung an COVID-19 erkrankten Kunden bisher mit zusätzlich 1,1 Mio. Euro zu Buche. Ein Beitragsplus von 155,1 Prozent verzeichnete das Geschäftsfeld Risiko- und Altersvorsorge, vornehmlich durch eine Ausweitung des Geschäfts mit Einmalbeiträgen. Der Vertrieb von Sterbegeldpolicen legte um 25,7 Prozent zu. Die Ergebnisse des Geschäftsfelds Schaden und Unfall bewegen sich auf dem Niveau des Vorjahres (+0,6%). Hier wurden auch personell die Weichen für eine stärkere Positionierung im Maklermarkt gestellt. Das Geschäftsfeld Reise und Freizeit erlebte coronabedingt einen Umsatzeinbruch von 26,6 Mio. Euro (-24,4%). Die Kapitalanlagen der HanseMerkur Gruppe stiegen erstmals über 10 Mrd. Euro. Die Asset Management Tochter HM Trust AG hat im Mai 2020 die sechs Grundsätze der Vereinten Nationen für Verantwortliches Investieren (UN PRI) unterzeichnet und unterstützt ihre Stakeholder dabei, den Wandel in Gesellschaft und Realwirtschaft hin zu einer kohlenstoffarmen und ressourcenschonenden Zukunft mitzugestalten. Die HanseMerkur Grundvermögen AG erwarb in den ersten fünf Monaten Immobilien für insgesamt 260 Mio. Euro, darunter den Crefo-Campus in Neuss.

Krisenmanagement während der Corona-Pandemie (1-5/2020)
Die HanseMerkur hat schon im Januar 2020 mit der Gründung eines Krisenstabes auf die Corona-Pandemie reagiert, Hygienevorschriften erlassen und bis Mitte März 2020 die Heimarbeitsplätze von rund 200 auf über 1.000 hochgefahren. Zwischenzeitlich arbeiteten bis zu 90 Prozent der Mitarbeiter aus dem Homeoffice heraus. Der Arbeitszeitrahmen wurde für Eltern mit Kindern auf das Wochenende ausgedehnt. Bis Ende August 2020 werden nicht mehr als 350 Mitarbeiter in der HanseMerkur Zentrale arbeiten, um den kontaktlosen Vor-Ort-Betrieb garantieren zu können. Eine anonyme und freiwillige Mitarbeiterbefragung vom Mai/Juni 2020, an der sich knapp 1.100 Beschäftigte beteiligten, ergab u.a. den breiten Wunsch nach einer Fortsetzung der Flexibilisierung von Arbeitsort und -zeit. Schon Mitte Februar 2020 wurden zusätzliche Maßnahmen zur Absicherung der Kapitalanlagen getroffen. Mit Kunden, die vor materiellen Herausforderungen standen, wurden jeweils individuelle Regelungen vereinbart, die von Beitragsstundung über Beitragspausen bis zum reduzierten Versicherungsschutz oder zur Verlegung des Versicherungsbeginns reichten. Die HanseMerkur Krankenversicherung (HMK) hat bislang Kenntnis von 737 ihrer Vollversicherten, die an COVID-19 erkrankt sind. Davon mussten 234 stationär aufgenommen und 17 intensivmedizinisch beatmet werden. Elf Kunden in der Altersspanne von 46 bis 90 sind verstorben. Die bis Ende Mai 2020 im Zuge der Pandemie regulierten Leistungen belaufen sich auf 1,1 Mio. Euro. Die HMK war das erste PKV-Unternehmen, das seinen Kunden – aber auch Nicht-Versicherten – auf der Internetseite in Kooperation mit dem Leipziger Startup DOCYET im März 2020 einen intelligenten Corona-Bot anbieten konnte. Das System mit KI-Software ermöglicht eine medizinische Ersteinschätzung, enthält individualisierte Handlungshinweise und beantwortet häufige Fragen zu COVID-19. Die Empfehlungen werden regelmäßig an die Leitlinien des Robert Koch-Instituts angepasst.

Ziele und Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020
Für das laufende und von der Corona-Pandemie dominierte Jahr befindet sich das Geschäftsfeld Reise und Freizeit gemeinsam mit den Partnern aus der Touristik im Krisenmodus. Die Erschließung neuer Märkte im Rahmen der Internationalisierungsstrategie ist derzeit stark erschwert. Bis Jahresende dürften sich die Beitragsrückgänge in der Reiseversicherung im Verhältnis zum Vorjahr auf 50 Mio. Euro bis 60 Mio. Euro addiert haben. Es bleibt das geschäftspolitische Ziel, diesen Beitragsabrieb durch ein Prämienplus in den Geschäftsfeldern Kranken, Leben und Schaden/Unfall zu kompensieren und bei einem leichten Wachstum von rund einem Prozent erstmals eine Beitragseinnahme von über 2,3 Mrd. Euro zu erreichen.

Am Mittelfristziel eines nachhaltigen Beitragsaufkommens  von über 3 Mrd. Euro sowie eines Jahresüberschusses nach Steuern von mehr als 100 Mio. Euro zum 150-jährigen Jubiläum der HanseMerkur im Jahre 2025 wird festgehalten. Dies schließt eine Platzierung unter den Top-10-Unternehmen der PKV ebenso ein wie die Überschreitung eines Prämienvolumens von 250 Mio. Euro im Geschäftsfeld Reise und Freizeit bzw. von 100 Mio. Euro im Geschäftsfeld Schaden und Unfall.

Geschäftsfeldentwicklung

Im Hauptgeschäftsfeld Gesundheit und Pflege stiegen die Beitragseinnahmen im selbst abgeschlossenen Geschäft (saG) um 91,8 Mio. Euro oder 6,0 Prozent (Branche: +2,9%) auf 1.632,3 Mio. Euro und damit erstmals über 1,6 Mrd. Euro.

In der HanseMerkur Krankenversicherung AG (HMK) stieg die Beitragseinnahme im selbst abgeschlossenen Geschäft um 5,6 Prozent auf 1.385,9 Mio. Euro. Dank eines wesentlichen Beitrags sämtlicher Vertriebswege zur Neugeschäftsentwicklung betrug der Nettozugang an natürlichen Personen in der Krankheitskostenvollversicherung 7.728. Außerdem wurden in den Ergänzungsversicherungen 14.366 Kunden dazugewonnen. Ende 2019 waren bei der HanseMerkur erstmals über
1,5 Millionen (1.535.502) Personen krankenversichert, davon 264.827 in der Vollversicherung und 1.270.675 im Zusatzschutz. Der hohe Marktanteil im Neugeschäft mit Vollversicherungen von 12,0 Prozent führt auch zu einem ständig steigenden Marktanteil im Bestand, der im Angestellten- und Selbständigensegment bei 5,7 Prozent liegt. Im Berichtsjahr wurde das Eigenkapital der HMK um 42,5 Mio. Euro auf 259,0 Mio. Euro aufgestockt. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 18,7 Prozent (2018: 16,5%). Es wurde eine Nettoverzinsung der Kapitalanlagen von 4,0 Prozent (Branche: 3,3%) erzielt. Erfreulich ist die seit Jahren rückläufige Beschwerdequote trotz stetig steigender Versichertenzahl. Seit 2017 kommen so auf 100.000 Versicherte lediglich 1,9 Beschwerden (Branche: 3,3). Im Zehn-Jahres-Vergleich liegt die Zahl der registrierten BaFin-Eingaben im Berichtsjahr mit 19 (2018: 22) auf einem historischen Tiefstand.

Drei weitere Gesellschaften zählen zum Geschäftsfeld Gesundheit und Pflege.

Die HanseMerkur Speziale Krankenversicherung AG konnte über eine in Deutschland und Österreich angebotene Brillenversicherung in Kooperation mit der Fielmann AG weitere 227.527 Kunden dazugewinnen. Ende des Jahres 2019 hatten 7.454.265 Kunden mindestens eine dieser Versicherungen zur Absicherung der Fehlsichtigkeit abgeschlossen. Im Bestand der HanseMerkur sind über 8,7 Millionen Verträge. Die Beitragseinnahme stieg um 3,8 Prozent auf 165,4 Mio. Euro.

Die HanseMerkur Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit als Alleinaktionärin an der Spitze des Konzerns bietet allen Mitgliedern des Vereins eine selbständige Unfallkrankenhaustagegeldversicherung an. Entsprechend abgesichert waren Ende 2019 10.275 Personen. Die Beitragseinnahme betrug 476.376 Euro.

Die Advigon Versicherung AG, Vaduz, eine 100-prozentige Tochter der HanseMerkur Holding AG, ergänzte ihr Portefeuille im Berichtsjahr u.a. um Krankenversicherungen für ausländische Gäste, um Produkte der Berufsunfähigkeitsversicherung und um Lebensversicherungen mit Einmalbeitrag. Die Beitragseinnahme im selbst abgeschlossenen Geschäft stieg um 17,4 Prozent auf 80,5 Mio Euro.

Geschäftsfeld Risiko und Altersvorsorge

Die HanseMerkur Lebensversicherung AG (HML) wurde im Berichtsjahr im Finsinger-Rating 2019 der WirtschaftsWoche (42/2019) zum zweiten Mal in Folge als eines der leistungsstärksten Unternehmen im Branchenvergleich von 60 Marktteilnehmern gekürt. Bewertet wurden Kapitalpolster, die künftig erzielbare Verzinsung der Assets, niedrige Kostenquoten für Vertrieb und Verwaltung, die Ausschüttungsquote als faire Beteiligung der Kunden an den Überschüssen und die Erfüllbarkeit des Zinsversprechens auch bei anhaltenden Niedrigzinsen. Die Solvenzquote der HML betrug unter Anwendung von Übergangsmaßnahmen 323 Prozent und ohne Rückstellungstransitional aber mit Volatilitätsanpassung 215 Prozent. Die HML bot ihren Kunden eine Gesamtverzinsung von 2,1 Prozent. Der mittlere tarifliche Rechnungszins liegt nach Einrechnung der Zinszusatzreserve bei 1,7 Prozent.

Der gesamte Versicherungsbestand, gemessen an der Versicherungssumme, hat sich um 421,7 Mio. Euro auf 12.905,4 Mio. Euro verringert. Das Neugeschäft an eingelösten Verträgen ist um 31,5 Prozent auf 15.978 sowie der zugehörige laufende Jahresbeitrag um 9,8 Prozent auf 11,5 Mio. Euro gestiegen. Die gebuchte Beitragseinnahme erhöhte sich im Geschäftsjahr um 141,4 Mio. Euro bzw. 66,2 Prozent auf 355,0 Mio. Euro. Die gebuchten laufenden Beiträge beliefen sich auf 182,6 Mio. Euro, und die gebuchten Einmalbeiträge stiegen auf 172,3 Mio. Euro (Vj. 32,1 Mio.€).

Im Geschäftsfeld Reise und Freizeit bewegten sich die Beitragseinnahmen mit 223,5 Mio. Euro (-0,4%) auf dem Niveau des Jahres 2018. Als großer deutscher Reiseversicherer konnte die HanseMerkur Reiseversicherung AG die Beitragseinnahme mit 202,9 Mio. Euro im dritten Jahr in Folge oberhalb der 200-Mio.-Euro-Marke stabilisieren. Der größte Anteil am Geschäftsvolumen entfiel mit 48 Prozent auf die Sparte Reiserücktritt, gefolgt von der Sparte Reisekranken mit 44 Prozent.

Zwei weitere Gesellschaften zählen zum Geschäftsfeld Reise und Freizeit.

Die BD24 Berlin Direkt Versicherung AG verbuchte als international agierender Reiseversicherer im Online-Vertrieb Beitragseinnahmen in Höhe von 20,4 Mio. Euro.

Die HanseMerkur International AG stieg im Berichtsjahr erst unterjährig als 100-prozentige Tochter der Advigon Versicherung AG, Vaduz, mit Einmal- und Jahresversicherungen in den Schweizer Reiseversicherungsmarkt ein. Die gebuchte Beitragseinnahme lag bei 182.382 Euro.

Die gebuchten Beiträge der HanseMerkur Allgemeine Versicherung AG im Geschäftsfeld Schaden und Unfall konnten um 3,7 Prozent (Branche: +3,4%) auf 78,7 Mio. Euro gesteigert werden. Die Beiträge entfielen zu 30,8 Prozent auf das Unfall- und zu 28,2 Prozent auf das Haftpflichtgeschäft, gefolgt von der Kraftfahrt- (24,4%) und Sachversicherung (16,6%). Die Combined Ratio betrug 96,1 Prozent (Branche: 93,0%).

Das Geschäftsfeld Asset Management umfasst das auf Vermögensverwaltung spezialisierte Dienstleistungsunternehmen HM Trust AG (HMT) sowie die HanseMerkur Grundvermögen AG (HMG), in der die Immobilienaktivitäten der HanseMerkur gebündelt sind. Beide Tochtergesellschaften generierten 2,0 Mrd. Euro an Drittgeschäft und erwirtschafteten so zusätzliche Deckungsbeiträge für die HanseMerkur Gruppe.

Ende 2019 betreute die HM Trust AG 38 Fondsmandate. Das Volumen der Drittmandate für institutionelle Kunden, darunter Pensionskassen, Versorgungswerke und Industrieunternehmen, die im DAX oder MDAX notiert sind, betrug 1,2 Mrd. Euro. Insgesamt verwaltete die HMT Ende 2019 ein Vermögen von 9,8 Mrd. Euro. Im Risikomanagement stellt die HMT ihren Kunden ein automatisiertes Frühwarnsystem zur Beurteilung von Bonitätsrisiken zur Verfügung, das bedeutende Alleinstellungsmerkmale besitzt: Auf Basis von täglich mehr als 100 Kennzahlen pro Emittent überwacht es die Kreditwürdigkeit von Staaten und europäischen Unternehmen. Damit agiert die HMT vollkommen unabhängig von Ratinganalysen und externen Kreditanalysen. Die nachhaltigen Publikumsfonds erfüllen strengste Kriterien, was durch die Verleihung des FNG-Siegels durch den Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen belegt wird. Als nicht-staatliche Auszeichnung ist dies der führende Qualitätsstandard im Sustainable Finance Markt.

Die HanseMerkur Grundvermögen AG (HMG) ist spezialisiert auf deutsche Immobilieninvestments und gewerbliche Immobilienfinanzierungen. Sie etabliert offene Immobilien-Spezialfonds und andere Investmentvehikel, an denen sich neben den Versicherungsgesellschaften der HanseMerkur Gruppe auch weitere institutionelle Investoren – wie andere Versicherungen, Pensionskassen, Versorgungswerke und Stiftungen – beteiligen können. Deren Eigenkapital-Beteiligungen belaufen sich aktuell auf über 500 Mio. Euro. Seit ihrer Gründung 2014 hat die HMG mehr als 2,7 Mrd. Euro in Wohn- und Büroimmobilien investiert. Zudem beträgt das gewerbliche Immobilienfinanzierungsvolumen rund 500 Mio. Euro. Neben der HanseMerkur Gruppe wird auch hier eine Vielzahl von institutionellen Kunden und Co-Investoren betreut. Investitionsschwerpunkte bilden Wohnimmobilien an den deutschen Top-7-Standorten. Zunehmend rücken auch großvolumige Deals in den Fokus. So trugen der Erwerb der Neubauten Euler Hermes Campus (Hamburg) und GfK Orange Campus (Nürnberg) mit einem Kaufpreisvolumen von jeweils über 150 Mio. Euro maßgeblich zum sehr guten Jahresergebnis 2019 bei. Über 70 Immobilienspezialisten decken die Bereiche Investment, Asset- und Portfoliomanagement, Fondskonzeption und Finanzierung ab.

Überschüsse und Konzern-Eigenkapital auf Rekordniveau
Der Kurs des nachhaltigen und ertragreichen Wachstums stärkt die Risikotragfähigkeit des Unternehmens und führte 2019 bei Eigenkapital (EK) und Überschüssen erneut zum bis dato besten Ergebnis. Die EK-Zuführung in Höhe von 107,1 Mio. Euro oder 18,4 Prozent auf 689,4 Mio. Euro war die höchste der Firmengeschichte. Die HanseMerkur Gruppe hat damit in den letzten fünf Jahren ihr Eigenkapital nahezu verdoppelt und um rund 336 Mio. Euro aufgestockt. Auch der Jahresüberschuss vor Steuern, RfB und SchwaRü stieg um 4,4 Prozent (383,3 Mio. €) auf ein Allzeit-Hoch. Das Unternehmen verfügt bei der Eigenmittelausstattung unter Solvency II über eine äußerst solide Basis. Dies kommt in den guten Solvenzquoten der Einzelgesellschaften zum Ausdruck. Im Hauptgeschäftsfeld verfügt die HanseMerkur Krankenversicherung AG über eine SCR-Quote von 532 Prozent. Der Bestand an Kapitalanlagen wuchs um 9,2 Prozent auf 9.786,9 Mio. Euro und nähert sich der 10-Mrd.-Euro-Schwelle. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen lag bei 4,0 Prozent (Branche: 3,3%).

Breiter Strauß an E-Health-Angeboten:
Erstmals über eine Million automatisierter Leistungsabrechnungen
Die HanseMerkur Krankenversicherung AG (HMK) hat für ihre Kunden das breite Angebot an digitalen Lösungen im Gesundheitsbereich weiter ausgebaut. Nach der Einführung der bundesweit ersten RechnungsApp im Jahre 2011 konnten im Berichtsjahr erstmals über eine Million Leistungsabrechnungen voll- oder teilautomatisiert erstellt werden.

Aktuell erfolgt jede zweite Rechnungseinreichung digital und jede vierte Leistungsabrechnung läuft ebenso umweltfreundlich auf das Smartphone zurück.

Im Berichtsjahr hat die HMK mit dem Heidelberger Unternehmen Molecular Health eine Kooperation geschlossen, um vollversicherten Kunden mit bestimmten Tumorerkrankungen (wiederkehrender Eierstock-, Eileiter- oder Bauchfellkrebs, therapieresistente Tumorerkrankungen, rezidivierende Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen) über genetische Analysen einen Zugang zur individualisierten Krebstherapie mit einer genau auf den einzelnen Patienten zugeschnittenen Präzisionsdiagnostik und -therapie zu ermöglichen. Zudem wurden die E-Health-Angebote um Online-Kurse bei psychischen Beschwerden und Essstörungen erweitert. Und im Rahmen der Kooperation mit der Permadental GmbH, einem der größten Dental-Labore der Welt, wurde für HanseMerkur-Versicherte eine sichere digitale Plattform gebaut, über die sie – nach dem Upload des Heil- und Kostenplans des behandelnden Zahnarztes – innerhalb von drei Stunden ein unverbindliches Alternativangebot für geplanten Zahnersatz erhalten. Diese Vorteilspartnerschaft zu hochwertigem Zahnersatz ermöglicht es den HMK-Versicherten, bis zu 70 Prozent der Material- und Laborkosten zu sparen.

Hier finden Sie die HanseMerkur Geschäftsberichte der Einzelgesellschaften

Vorstand­vor­sit­zender Eber­hard Sautter Vorstand­vor­sit­zender Eber­hard Sautter

Fotografin: Michaela Kuhn

Gesamtvorstand Gesamtvorstand 2019

Fotografin: Michaela Kuhn

HanseMerkur Haus Wedells HanseMerkur Haus Wedells

Credit: HanseMerkur / Yorbiter.com 

HanseMerkur Panorama HanseMerkur Panorama

Credit: HanseMerkur / Yorbiter.com 

HanseMerkur Luftbildaufnahme HanseMerkur Luftbildaufnahme

Credit: HanseMerkur / Yorbiter.com