25 Jahre HanseMerkur Preis für Kinderschutz


Hauptpreisträger im Jubiläumsjahr:

Hamburg, 3. Februar 2006. Die HanseMerkur Preise für Kinderschutz werden heute zum 25. Mal verliehen. Eva Luise Köhler, Ehefrau des Bundespräsidenten und Schirmherrin der Allianz Chronisch Seltener Erkrankungen sowie des Deutschen Komitees für UNICEF, übergibt die Auszeichnungen für 2005 im Rahmen einer Festveranstaltung in der Hauptverwaltung der HanseMerkur Versicherungsgruppe, Siegfried-Wedells-Platz 1, 20352 Hamburg, an vier Initiativen. Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte HanseMerkur Preis für Kinderschutz wurde von einer Jury aus renommierten Kinderschützern in den vergangenen 25 Jahren unter 2.500 Bewerbern über 100 Mal vergeben. Stolze Bilanz: 25 Haupt-, 66 Anerkennungs- und 12 Sonderpreise sowie ein Preisgeld von 630.000 Euro. Im Jubiläumsjahr wohnt auch Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Präses der Behörde für Soziales und Familie, Birgit Schnieber-Jastram, der Preisverleihung bei und überbringt ein Grußwort des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg. Parallel zur Preisverleihung läuft bereits die Ausschreibung für Bewerbungen um den HanseMerkur Preis für Kinderschutz 2006 Als Einsendungsschluss hat die Jury den 31. März 2006 festgelegt.

Der Hauptpreis für das Jahr 2005 in Höhe von 20.000 Euro geht an Cabuwazi "Springling", Kinder- und Jugendzirkus e.V. in Berlin mit dem Projekt "Unsere Zukunft in Marzahn". Marzahn-Hellersdorf: Ein Stadtteil, dem der Berliner "Sozialatlas 2004" bescheinigt, dass neun Gebiete dieses Bezirks zu jenen gehören, die die ungünstigsten Veränderungen in den Sozialstrukturindizes der Hauptstadt aufweisen. Ein Stadtteil mit Europas größter zusammenhängender Plattenbausiedlung, mit hohem Wohnungsleerstand, steigender Arbeitslosigkeit und sinkender Lebenserwartung. Aber auch ein Bezirk, in dem es seit 1994 den Circus Cabuwazi "Springling" gibt. Hier trainieren 120 Mädchen und Jungen aus 16 Nationen zwischen sechs und 18 Jahren täglich. "Ein geschützter Raum", wie Gründer Karl Köckenberger sagt und ein zweites Zuhause für viele Kinder, das ihnen Orientierung bietet und auch den "Künstler-Lohn", vor jährlich etwa 4.000 Zirkuszelt-Gästen auftreten zu können. "Kinder, die Erfolg haben, entwickeln ein gesundes Selbstvertrauen, sie entdecken ungekannte Stärken und erleben, dass Teamwork und Verlässlichkeit wichtige Aspekte für den gemeinsamen Erfolg sind. Erfahrungen, die ihnen auch bei der Bewältigung des grauen Alltags in Marzahn helfen", so Köckenberger weiter. Tatsächlich erlebt der Besucher bei Cabuwazi "Springling" Vorstellungen von kleinen Profis, die ihn in den Bann ziehen. Köckenberger und seinen vielen Helfern ist es gelungen, die Kinder von der Straße zu holen, sie zu begeistern und ihnen Ziele zu bieten. Insgesamt hat der Kinder- und Jugendzirkus vier Standorte in Berliner Brennpunkten. Damit ist Cabuwazi Europas größter Kinderzirkus.

Die mit jeweils 10.000 Euro dotierten drei Anerkennungspreise gehen an folgende Projekte:

Seit 1999 geben zwei Mütter, Birgit Seemann und Antje Beckers, in Berlin ein Internetmagazin für Familien heraus, die ihre schwer kranken Kinder ambulant und daheim betreuen. Die Frauen wollen aus eigener leidvoller Betroffenheit "etwas machen, damit Erfahrung nicht verloren geht. Einen Raum öffnen für einen Dialog über Schmerz, Trauer, Verzweiflung, Hoffnung, Stärke und Mut". Löwenkind e.V. möchte das weitergeben, was auf Klinik-Stationen vermisst wird, wo der psycho-sozialen Betreuung von schwerstkranken Kindern und ihren Familien zu wenig Beachtung geschenkt wird. Und so behandeln die Initiatorinnen von http://www.loewenkind.de/ im Netz Themen, für die es außerhalb von Selbsthilfegruppen und Hospizen kaum einen Gesprächsraum gibt. Jüngstes Beispiel: Die "Zwischenstation". Ein Online-Programm als Mix aus Unterhaltungs- und Mitmachbereich, das u.a. durch Erfahrungsberichte junger Betroffener, Interviews mit "Madame Spritze" und Mutmachgeschichten den kleinen Patienten helfen soll, den Alltag in der Klinik und auch zu Hause im Rahmen der häuslichen Pflege abwechslungsreicher und erträglicher zu gestalten.

Das Angebot der Schülerschule Essen nutzen derzeit 176 Schüler aller Klassenstufen aus 29 Nationen: Den kostenlosen Nachhilfeunterricht gibt es in Altendorf, einem Stadtteil im Nordwesten der Ruhrmetropole, den die Landesregierung als einen Bereich mit "besonderem sozialen Erneuerungsbedarf" eingestuft hat. Das bedeutet: viele Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger sowie ein hoher Ausländeranteil. Wochentags und samstags engagieren sich 14 ehren- und zwei hauptamtliche Helfer für die lernwilligen Schüler, hören zu, erklären ein zweites und drittes Mal und führen die Kinder zum Lernerfolg. Vor mehr als 30 Jahren hat die Hauptschullehrerin Ria Voswinckel die Schülerschule Essen ins Leben gerufen und sie im Jahr 2001 aus Altersgründen an den lokalen Deutschen Kinderschutzbund übergeben. Das Projekt hat Erfolg. "Ich empfinde es als sehr wertvoll, dass uns die Erwachsenen ihre Zeit schenken, dass sie uns auch in den Ferien zur Verfügung stehen und respektvoll mit uns umgehen", sagt der 19-jährige Hui Zhang aus Shanghai, der jetzt als Abiturient sein erworbenes Wissen an jüngere Schüler weitergibt.

Das langersehnte Kind ist da, die Freude groß - und bald auch die Erschöpfung der jungen Mutter. Der Haushalt muss weitergeführt, die Geschwisterkinder bereut werden, und schon kann eine Situation eintreten, "dass der glückliche Moment der Geburt zum Anlass für ein unglückliches Leben wird", sagt Rose Volz-Schmidt, die daher 2002 die Initiative wellcome Praktische Hilfen für Familien nach der Geburt in Hamburg gründete. Das heißt: ehrenamtliche wellcome-Helferinnen kommen nach der Entbindung in der Regel bis zu drei Monaten ein- bis dreimal die Woche in die jungen Familien, stehen mit Rat und Tat sowie praktischer Hilfe zur Seite, damit die Mutter einmal kostbare Zeit für sich oder die Geschwisterkinder gewinnt. Ein vorbildliches Familienbetreuungs-Projekt mit ca. 300 Ehrenamtlichen, das 2005 rund 400 Familien in Hamburger und Schleswig-Holstein nutzten.

Mit dem Zeitpunkt der Preisverleihung läuft bereits die Ausschreibung für den HanseMerkur Preis für Kinderschutz 2006. Die Auszeichnung unter dem Motto "Sorge für Kinder ist Vorsorge für die Zukunft" richtet sich an private Initiativen, die sich höchst engagiert und beispielhaft für die Belange von Kindern einsetzen. Bewerben können sich Projekte, die sich für erkrankte, sozial- bzw. psychosozial belastete Kinder und Jugendliche engagieren oder helfen, sozialen Gefährdungen vorzubeugen.

Eine kompetente Jury, der u.a. Persönlichkeiten aus dem Deutschen Kinderschutzbund, der Deutschen Liga für das Kind und UNICEF angehören, tritt im Sommer 2006 zur Sichtung der Einsendungen und zur Entscheidung über die Preisträger zusammen. Bewerbungen können bis zum 31. März 2006 an folgende Adresse gerichtet werden: Gabriela Ulmen, Stichwort "Preis für Kinderschutz 2006", HanseMerkur Versicherungsgruppe, Siegfried-Wedells-Platz 1, 20352 Hamburg. Ebenfalls kann eine Broschüre zum sozialen Engagement der HanseMerkur mit Fallbeispielen angefordert werden. Sie enthält auch eine Checkliste für Bewerber. Weitere Informationen unter Tel. (040) 4119-1277; Fax: (040) 4119-3626; E-mail: presse@hansemerkur.de; Internet: url=http://www.hansemerkur.de/.

Das Jubiläumslogo steht zum Download bereit unter JPG bzw. unter PDF.
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